Der schlaue Takun

Märchen der Kabardiner

Es war einmal ein alter Gutsherr, der hatte ein Lieblingspferd und das hieß Karasyra. Der alte Gutsherr hatte das Pferd so gern, dass er einen Schwur tat mit folgen Worten: "Wer mir sagt, dass dies Pferd tot ist, wird gehängt." Als aber Karasyra eines Tages nun wirklich verendete, wollte kein Mensch diese Nachricht dem Gutsbesitzer überbringen.

Da meldete sich ein beherzter Junge namens Takun. "Ich gehe hin und sag' es ihm!" Und er machte sich wirklich auf und ging zum Gutshof. Takun kam bei dem alten Mann zur Frühstückszeit an und wünschte ihm einen guten Morgen. "Nun, wie steht's im Dorf?" fragte der Gutsherr. "Alles ist gesund und wohlauf", antwortete der Junge. "Und wie geht es meinem Karasyra?"

"Das, Herr, weiß ich nicht. Er hatte Augen, doch blicken sie nicht mehr, er hatte Beine, doch laufen sie nicht mehr. Auf der einen Seite ist er aufgeschwollen und voll Wasser, die andere Seite ist eingefallen und von der Sonne ausgedörrt." "Mein Karasyra ist tot!" rief der alte Gutsherr. "Ich habe nicht gesagt, dass er tot ist. Du selbst hast es ausgesprochen! Wie du geschworen hast, musst du nun sofort erhängt werden!"

Da erschrak der alte Gutsbesitzer. "Bitte, vergebt mir, ich habe mich nur versprochen. Ich bitte dich von Herzen, mir zu vergeben!" "Wohl denn, wenn du mir ein schönes Pferd mit gutem Geschirr gibst, dann werde ich dir verzeihen", erwiderte der Junge. Und so zog Takun des Weges mit einem neuen Pferd und gutem Geschirr.

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